Verstärkung für die Fachstelle Sexualisierte Gewalt / Neuer Auftritt im Internet

Nachricht Hannover, 09. März 2022

Verstärkung für die Fachstelle Sexualisierte Gewalt / Neuer Auftritt im Internet

Die Landeskirche Hannovers hat ihre Arbeit zur Verhinderung und Aufarbeitung sexualisierter Gewalt noch einmal deutlich verstärkt. Nach dem Wechsel in der Leitung zu Pastorin Dr. Karoline Läger-Reinbold und der Anstellung der Fachkraft für Prävention und Aufarbeitung, Mareike Dee, sind zwei weitere Fachkräfte hinzugekommen:

Sigrid Haynitzsch verstärkt seit Januar mit einer Viertelstelle das Team. Sie ist für die Begleitung Betroffener sexualisierter Gewalt in der Landeskirche Hannovers zuständig. Die 66 Jahre alte Diplom-Pädagogin hat Erwachsenenbildung und außerschulische Jugendbildung studiert. Sie war tätig im Bereich der Qualifizierung arbeitsloser Jugendlicher sowie arbeitsloser Frauen in einem sozialen Brennpunkt in Hannover. Mehrere sozialpsychologische Weiterbildungen ermöglichten die Arbeit als Verfahrensbeistand und Mediatorin; ab 2009 leitete Haynitzsch die Familien-/Paar- und Lebensberatungsstelle in Ronnenberg. „Ich habe in dieser Zeit so viel gelernt“, so Haynitzsch, „dass ich unmöglich mit 66 Jahren in Rente gehen mochte. Durch meine Beratungsarbeit und die Ausbildung zur Traumapädagogin habe ich begriffen, wie gravierend Gewalterfahrungen Lebensläufe bestimmen und Menschen mit ihrem Leid alleine sind.“ 

Im Bereich Prävention ist seit Februar Anja Jung mit einer halben Stelle tätig. Die 53-Jährige ist Sport- und Naturwissenschaftlerin, Supervisorin und Systemische Beraterin sowie Therapeutin (in Ausbildung). Anja Jung ist seit vielen Jahren in sozialen Arbeitsfeldern tätig, insbesondere mit den Schwerpunkten Frauen und Mädchen, Behinderung, geschlechtersensible Arbeit, sexualisierte Gewalt. Zudem leitet sie einen Verein von Familien mit hörgeschädigten Kindern und arbeitet als freiberufliche Referentin (z.B. für den Landessportbund, Kinderschutzbund). Zu ihrer Tätigkeit in der Fachstelle Sexualisierte Gewalt sagt Anja Jung: „In sozialen Interaktionen, in Kommunikation, in Bildung, Erziehung, Arbeit und Familie gehört dies für viele zum alltäglichen Erleben. Das Tabu darüber zu sprechen ist weiterhin fast ungebrochen. Mit meiner Arbeit möchte ich dazu beitragen, diese Alltäglichkeit zu verändern, also dem Thema die Macht zu nehmen.“

Neben den personellen Veränderungen hat die Fachstelle das Angebot an Schulungen für beruflich und ehrenamtlich Tätige in der Landeskirche Hannovers ausgebaut. Auf Basis der „Grundsätze für die Prävention, Intervention, Hilfe und Aufarbeitung in Fällen sexualisierter Gewalt in der Evangelischen-lutherischen Landeskirche Hannovers“ ist für alle ehrenamtlich und beruflich Mitarbeitenden, die mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in Obhutsverhältnissen arbeiten, eine Grundschulung verpflichtend. Daneben bietet die Fachstelle weitere Schulungen zu verschiedenen Themenbereichen und für bestimmte Zielgruppen an sowie Schulungen, um sich als Multiplikator*in ausbilden zu lassen. Buchbar sind diese Fortbildungen u.a. über die neu aufgesetzte Website www.praevention.landeskirche-hannovers.de.

Die Fachstelle hat diese Website vollständig überarbeitet. Angelehnt an das Design der Landeskirche ist die Seite jedoch auch durch Farbwahl und Bildsprache als eigenständige Fachstelle erkennbar. In Aufbau und Inhalt nun klarer strukturiert sollen die Zugänge für Betroffene sexualisierter Gewalt, für ehrenamtlich und beruflich Mitarbeitende in Krisenfällen oder in der Präventionsarbeit sowie für Menschen, die auf der Suche nach weiteren Informationen sind, unmittelbarer erkennbar sein. Mit dieser Neugestaltung reagiert die Landeskirche unmittelbar auf die insbesondere von Betroffenen geäußerte Kritik an der Vermittlung von Hilfsangeboten. Bei der Neugestaltung wurde insbesondere auch die Perspektive Betroffener durch externe Beratung unterstützt.

„Angesichts der Aufgaben, die in diesem Arbeitsfeld vor uns liegen, bin ich sehr froh, dass das Team der Fachstelle jetzt gewachsen ist und wir sowohl auf die Anfragen Betroffener als auch auf die Anliegen der Kirchengemeinden und Einrichtungen inzwischen besser reagieren können. Dabei sind die unterschiedlichen Kompetenzen der Kolleginnen ein großer Gewinn“, so Dr. Karoline Läger-Reinbold, Leitung der Fachstelle Sexualisierte Gewalt.

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