Newsletter | Februar 2026
Aus der Fachstelle
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Handreichungen für die Jugendarbeit
Die vor einem Jahr in den Umlauf gebrachte Arbeitshilfe für die Integration der Prävention Sexualisierter Gewalt in die Juleica-Ausbildung der Landeskirche Hannovers wurde aktualisiert und an gültige Rechtsgrundlagen angepasst.
Darüber hinaus hat die Fachstelle in Kooperation mit dem Landesjugendpfarramt eine Handreichung zum Ablauf einer Grundschulung zur Prävention sexualisierter Gewalt als Juleica-Modul herausgegeben. Durchführende einer Juleica-Schulung finden hier Anregungen, Methoden und wichtige Hinweise, wie eine in die Juleica-Ausbildung integrierte Grundschulung ablaufen könnte.
Zudem können sich Menschen auf die neue Freizeitenbroschüre freuen. In der Broschüre „Achtsam unterwegs“ werden Hinweise für die Gestaltung von Ferienfreizeiten vermittelt. Es geht um das Schutzkonzept, Verhaltenskodizes, sexualpädagogische Fragen und vieles mehr. Sie wird zeitnah auf der Website der Fachstelle sowie auf der Seite der Evangelischen Jugend Hannover zum Download bereitgestellt.
Handreichung Schulungskonzept
Mit Blick auf die G-Rundverfügung 1/2025 gibt es weiterhin viele Fragen an die Umsetzung der Schulungspflicht „Prävention sexualisierte Gewalt“ für alle haupt- und ehrenamtlich Tätigen in der Landeskirche. Um in dieser Herausforderung hilfreiche Unterstützung leisten zu können, wurden in der Fachstelle Empfehlungen zur Erarbeitung eines Schulungskonzeptes erarbeitet. In dieser Handreichung wird auf die fachlichen Standards und die Erfassung und Planung des Schulungsbedarfs eingegangen. Es wird auf die Einschätzung benötigter Ressourcen geblickt und Empfehlungen für die Kooperation verschiedener Akteur*innen ausgesprochen.
Schulungsangebot
Die Multiplikator*innenschulung in Bovenden vom 5. bis 7. Mai und 2. Juni hat noch freie Plätze. Wenden Sie sich für eine Teilnahme an Anuschka Lütje.
Anmeldungen für den Workshop „Schutzkonzepte weiterdenken: Peer-Gewalt im Fokus“ sind nun über die Website der Fachstelle möglich. In der Praxis zeigt sich immer wieder, dass Grenzüberschreitungen und Gewalt unter jungen Menschen oft noch wenig Berücksichtigung in Interventionsleitfäden und Schutzkonzepten finden. Der Online-Workshop unterstützt dabei, Peer-Gewalt systematisch in Schutzkonzepte zu integrieren und die eigene Handlungssicherheit zu stärken. Ausgehend von den persönlichen Rechten junger Menschen werden konkrete Ansatzpunkte für Risiko- und Ressourcenanalysen, präventive Maßnahmen sowie Intervention und Aufarbeitung erarbeitet. Anhand praxisnaher Beispiele wird diskutiert, wann und wie Fachkräfte angemessen eingreifen können, ohne Peer-Dynamiken und Entwicklungsaufgaben des Jugendalters aus dem Blick zu verlieren oder unnötig zu begrenzen.
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Fachtag für Supervisor*innen und Berater*innen
Am 29. Januar 2026 fand der ausgebuchte Fachtag „Beraten in Systemen, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind“ im Hanns-Lilje-Haus in Hannover statt. Mitarbeitende aus den Bereichen Supervision und Coaching, Organisationsberatung, Lebensberatung, Supervisor*innen der landeskirchlichen Liste, sowie Berater*innen im Bereich sexualisierte Gewalt informierten sich, tauschten sich zu den jeweiligen Tätigkeitsfeldern aus und bedachten gemeinsam mögliche Schnittstellen und Überschneidungen in den Abläufen in Fällen sexualisierter Gewalt. Ziel war es, zu klären, welche Beratungseinrichtung welche Rolle übernehmen kann, und Perspektiven für eine konstruktive Zusammenarbeit zu entwickeln. Hier konnte ein erster Schritt gegangen werden, die Weiterarbeit an diesem Thema ist vereinbart.
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Geistliche Gemeinschaft Koinonia
In der landeskirchlichen Vereinigung der Communität Koinonia und der Geschwisterschaft Koinonia e.V. haben jungen Frauen institutionelle sexualisierte Gewalt im Zusammenhang mit spirituellem Missbrauch erlebt. Beide geistlichen Vereinigungen sind eigenständig, werden aber von der Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers gefördert. Die Communität Koinonia und die Geschwisterschaft Koinonia e.V. existieren seit etwa 1976 und haben ihren Hauptsitz in Hermannsburg sowie weitere Zweige in Heidelberg und Mahikeng/Südafrika, zeitweise auch in Göttingen und Germerode. Im besonderen Fokus der Vorwürfe steht der Gründer der Gemeinschaft Communität Koinonia, Dr. Wolfgang Kubik.
Seit dem 1. Februar 2026 arbeitet eine Forschungsgruppe unter der Leitung von Prof. Dr. Gritt Klinkhammer aus dem Arbeitsbereich Empirische Religionsforschung und Theorie der Religion an der Universität Bremen diese Fälle sexualisierter Gewalt wissenschaftlich auf. Im Kern der Aufarbeitung stehen folgende Fragen:
- Welche Formen und Ausprägungen von „spirituellem Missbrauch“, persönlichem Machtmissbrauch und struktureller Gewalt liegen vor (zum Beispiel sexualisierte Gewalt, Einsatz von ideologischen Zwangs- und Kontrollmitteln, Missachtung der Person, seelische Ausnutzung und Verunsicherung, spirituelle Abhängigkeit)?
- Welche institutionellen, ideologischen und sozialen Bedingungen innerhalb der Gemeinschaft haben die Gewalt ermöglicht, begünstigt und verdeckt?
- Welche strukturellen Bedingungen außerhalb der Gemeinschaft haben zur Unterstützung und Unsichtbarkeit der Gewalt beigetragen?
Für alle Personen, die einen Beitrag zur Aufarbeitung leisten möchten, steht Prof. Dr. Gritt Klinkhammer (klinkhammer@uni-bremen.de) als Kontaktstelle zur Verfügung.
Wir danken den Hinweisen in Folge des letzten Newsletters – dort ist uns ein Fehler unterlaufen. Es heißt geistliche Gemeinschaft Koinonia und nicht geistige Gemeinschaft Koinonia.
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Rücktritt von Nancy Janz als Sprecherin der Betroffenenvertretung im Beteiligungsforum
Nachdem Detlev Zander im Herbst sein Sprecheramt niedergelegt hatte, zieht sich nun Nancy Janz als Sprecherin der Betroffenenvertretung im Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt in der EKD und Diakonie und aus der aktiven Mitarbeit zurück. In einer Übergangszeit wird die Besetzung des Sprecher*innenamtes neu geregelt.
Janz hat seit den Gründungstagen im Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt mitgewirkt und dieses Modell als „entscheidenden Schritt“ zu verbindlicher Mitwirkung von Betroffenen mitentwickelt. „Ich werde aber nicht müde zu betonen: Wir Betroffenen sind nicht Beiwerk, sondern die treibende Kraft hinter diesen Veränderungen“, sagt Janz über ihre Arbeit im BeFo. Ein wesentlicher Grund für ihren Rückzug liegt in dem aus ihrer Sicht mangelnden Umsetzungswillen innerhalb der landeskirchlichen Institutionen. Zwar sei in den vergangenen Jahren einiges in Bewegung gekommen, nicht zuletzt, weil Betroffene beharrlich Druck gemacht und das Beteiligungsforum engagiert gearbeitet habe. Doch vieles gehe weiterhin zu langsam, wichtige Entscheidungen würden vertagt, anstatt sie konsequent anzugehen.
Gleichzeitig macht sie deutlich, dass sie mit großer Dankbarkeit auf ihre Zeit im Forum zurückblickt. „Ich bin stolz, Teil dieses Beteiligungsforums gewesen zu sein, als Pionierin der ersten Phase.“ Es brauche jedoch neue Energie, neue Perspektiven, neue Wege.
Janz wird sich künftig wieder stärker ihrer Familie, ihrer therapeutischen Tätigkeit und Projekten in Bremen widmen. „Das Thema sexualisierte Gewalt werde ich weiter bewegen, aber anders und dann auf meine Weise.“
Neues aus der Unabhängigen Kommission des Bundes zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs
Empfehlungen zur Aufarbeitung in Institutionen: Die Aufarbeitungskommission hat ihre Empfehlungen zur Aufarbeitung in Institutionen umfassend überarbeitet. Der Ratgeber richtet sich an Organisationen, die Missbrauchsfälle aufarbeiten, und enthält praktische Tipps zum Vorgehen, zu rechtlichen Fragen, der Betroffenenbeteiligung sowie zur Übertragung der Ergebnisse aus der Aufarbeitung in ein Schutzkonzept.
Die Publikation steht hier zum Download bereit.
Aufarbeitung im Kontext Familie: Für die unabhängige Kommission des Bundes zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs stellt der Umgang mit Taten im familiären Kontext eine besondere Herausforderung dar. Gerade hier sei es schwierig, „Aufarbeitung wirklich einzufordern“, sagte die Vorsitzende Julia Gebrande dem Evangelischen Pressedienst (epd).
Das Positionspapier dazu ist hier zu finden.
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4. März 2026, 13 bis 18 Uhr: Schutzkonzeptschulung, Evangelische Agentur
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21. März 2026: Für betroffene Personen in Kirche und Diakonie: Workshop zum Gaststatus in den AGen des Beteiligungsforums Sexualisierte Gewalt der EKD (mehr Informationen)
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28. April 2026, 10 bis 13 Uhr: Workshop „Sexualisierte Gewalt, Behinderung und die Komplexität von Abhängigkeiten“, digital
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8. Mai 2026, 15 bis 18 Uhr: „Peergewalt und Schutzkonzepte“, online
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12. Mai 2026, 9 bis 17 Uhr: Leitungsschulung, Hanns-Lilje-Haus
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8. Oktober 2026, 9 bis 17 Uhr: Leitungsschulung, Hanns-Lilje-Haus
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17. November 2026, 15 bis 17.30 Uhr: „Peergewalt unter Kindern im Kita-Alter“ mit Ulli Freund, digital
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